Was passiert, wenn die für eine sichere Pflege notwendigen Hilfsmittel im Badezimmer einer pflegebedürftigen Person nicht eingesetzt werden können?
Eine aktuelle Studie von TNO, die im Auftrag der niederländischen Arbeitsaufsichtsbehörde in Zusammenarbeit mit LOCOmotion durchgeführt wurde, geht dieser Frage nach. Untersucht wurde, inwieweit die Richtlinien zur körperlichen Belastung in der häuslichen Pflege in den Niederlanden eingehalten werden. Grundlage waren die Beurteilungen von zehn ambulanten Pflegediensten mit insgesamt 2.628 Pflegebedürftigen, ergänzt durch Interviews mit verschiedenen Interessengruppen und eine Literaturauswertung.
Besonders auffällig ist ein Ergebnis: Von 931 Pflegebedürftigen, bei denen das Duschen im Sitzen erforderlich war, wurden lediglich 25 (rund 3 %) unter Einhaltung der Richtlinien zur körperlichen Belastung mit einem höhenverstellbaren Duschstuhl versorgt. Dies verdeutlicht die erhebliche Lücke zwischen den bestehenden Vorgaben und der täglichen Pflegepraxis – mit spürbaren Auswirkungen auf die körperliche Belastung der Pflegekräfte.
Die TNO-Studie zeigt verschiedene Herausforderungen auf: beengte Platzverhältnisse in Badezimmern, eingeschränkter Zugang zu geeigneten Hilfsmitteln sowie komplizierte Antrags- und Kostenerstattungsverfahren. Hinzu kommt, dass die körperliche Belastung der Pflegekräfte bei der Auswahl von Hilfsmitteln nicht immer ausreichend berücksichtigt wird.
Das hat erhebliche Folgen: Können geeignete Hilfsmittel nicht eingesetzt werden, müssen Pflegekräfte häufig in ungünstigen, körperlich belastenden Positionen arbeiten. Dadurch steigt das Risiko einer körperlichen Überlastung.
Auffällig sind die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Pflegetätigkeiten: Während bei rund 87 % der untersuchten Situationen beim An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen die geltenden Richtlinien eingehalten wurden, lag dieser Anteil beim Duschen im Sitzen bei lediglich 3 %.
Dieser deutliche Unterschied macht eines klar: Eindeutige Richtlinien, verfügbare Hilfsmittel und bewährte Arbeitsabläufe können dazu beitragen, die Vorgaben im Pflegealltag einzuhalten. Bei bestimmten Pflegetätigkeiten sind jedoch weitergehende Lösungen erforderlich, um bestehende Hindernisse zu überwinden.
TNO empfiehlt deshalb, einen landesweit einheitlichen Entscheidungsprozess für das Duschen und Waschen einzuführen. Darüber hinaus sollten alternative Pflegemethoden geprüft werden, wenn geeignete Hilfsmittel nicht eingesetzt werden können. Auch die Entwicklung kompakterer und flexiblerer Hilfsmittel sollte weiter untersucht werden.
Seit fast 50 Jahren entwickelt Lopital Lösungen, die Pflegekräfte bei körperlich belastenden Tätigkeiten entlasten und gleichzeitig den Komfort und die Würde pflegebedürftiger Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Die Ergebnisse der TNO-Studie sind besonders relevant für Lopitals Expertise im Bereich der Hygiene- und Transferhilfsmittel. Dazu gehören höhenverstellbare Dusch- und Toilettenstühle wie Flexo, Elexo und Reflex, die ergonomisches Arbeiten im Pflegealltag unterstützen. Doch die Studie wirft eine entscheidende Frage auf: Was nützt ein ergonomisch entwickeltes Hilfsmittel, wenn es aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht optimal eingesetzt werden kann?
Ein höhenverstellbarer Duschstuhl muss mehr bieten als die richtige Arbeitshöhe. Er muss in das vorhandene Badezimmer passen, ausreichend Bewegungsfreiheit für Pflegekräfte gewährleisten und gleichzeitig auf die individuellen Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person abgestimmt sein. Für Lopital unterstreichen die Studienergebnisse daher einen zentralen Grundsatz: Ergonomische Hilfsmittel müssen sowohl Pflegekräfte als auch Pflegebedürftige unterstützen und unter den tatsächlichen Bedingungen vor Ort praktikabel sein.
Dieser ganzheitliche Ansatz zeigt sich auch in Lopitals Engagement zur Reduzierung der körperlichen Belastung im Pflegealltag. Neben innovativen Hygiene- und Transferlösungen bietet das Unternehmen fachkundige Beratung und unterstützt Pflegeeinrichtungen mit Initiativen wie Samen Vitaal, die sich auf körperliche Belastung und gesunde Arbeitsbedingungen konzentrieren.
Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, wie wichtig es für Hersteller ist, kontinuierlich an flexibleren und anpassungsfähigeren Lösungen zu arbeiten. Dabei sollten Pflegefachkräfte aktiv einbezogen werden, um Herausforderungen im Pflegealltag frühzeitig zu erkennen und gezielte Verbesserungen zu entwickeln.
TNO macht deutlich, dass die konsequente Umsetzung der Richtlinien nicht allein in der Verantwortung einzelner Pflegeeinrichtungen liegt. Vielmehr ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Pflegediensten, Ergotherapeuten, Herstellern, Kommunen, Hilfsmittelanbietern und Kostenträgern erforderlich. Die Forschenden empfehlen außerdem, die körperliche Belastung der Pflegekräfte bei der Auswahl und Bewertung von Hilfsmitteln sowie bei Entscheidungen über die Kostenübernahme stärker zu berücksichtigen.
Für Lopital bestätigen diese Erkenntnisse, wie wichtig es ist, praxisnahes Produktwissen einzubringen, auf die Erfahrungen und Bedürfnisse der Pflegekräfte einzugehen und gemeinsam mit allen Beteiligten die Arbeitsbedingungen in der Pflege nachhaltig zu verbessern.
Sichere Arbeitsbedingungen dürfen nicht nur auf dem Papier stehen. Sie müssen auch im Pflegealltag tatsächlich umsetzbar sein.
Den vollständigen TNO-Forschungsbericht lesen
„De urgentie van betere naleving van praktijkrichtlijnen fysieke belasting in de thuiszorg: van knelpunten naar handelingsperspectieven“ (TNO-2026-18052, 16. September 2026).